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Le Corbusier


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Le Corbusier

Charles-Édouard Jenneret-Gris, besser bekannt als Le Corbusier, war einer der einflussreichsten Architekten, Designer und Designtheoretiker des 20. Jahrhunderts.

Geboren wurde Le Corbusier 1887 in La Chaux-de-Fonds in der Schweiz als Sohn eines Uhrmachers. Anfang der 1920er Jahre wechselte er seinen bürgerlichen Namen Charles-Édouard Jenneret-Gris zugunsten des Pseudonyms Le Corbusier, dem Namen seines Großvaters, den er vermutlich auch zu Ehren und in Anlehnung an den Namen seines Lehrers L' Eplattenier verwendete.

L' Eplattenier war es auch, der um die Jahrhundertwende dem jungen Charles-Édouard Jenneret-Gris während seiner Ausbildungzeit zum Graveur und Ziseleur an der Kunstschule in La Chaux-de-Fonds den Wechsel zum Studium der Architektur und Malerei empfahl. Künstlerisch stark von der Arts-and-Crafts-Bewegung und Art nouveau beeinflusst, nahm Le Corbusier ab 1904 die Ausbildung zum Architekten auf.

Bereits 1905 realisierte er sein erstes Gebäude, die Villa Fallet - ein Haus für einen Lehrer an der Kunstgewerbeschule, das jedoch noch nicht den typischen Baustil eines späteren Le Corbusiers repräsentierte. Dieser entwickelte sich erst nach und nach und nicht zuletzt durch eine Vielzahl von Reisen durch Europa, die Le Cobusier ab 1907 unternahm und auf der er zahlreiche Kontakte zu herausragenden Persönlichkeiten aus den Bereichen Architektur und Design knüpfte.

Auf seiner ersten Studienreise, die er zusammen mit dem Bildhauer René Chapalaz unternahm, besuchte er in Norditalien Renaissance-Städte wie Mailand, Florenz, die Kartause von Ema in Galluzzo, Siena, Bologna, Padua und Venedig, danach Budapest und Wien. In Wien absolvierte er einen sechs Monate langen Aufenthalt beim Architekten und Wortführer der Wiener Secession, Josef Hoffmann. Dort lernte er u.a. auch die Theorien von Adolf Loos kennen.

Seine erste Reise nach Paris unternahm Le Corbusier im März 1908, bei der er u.a. auf Architekten wie Frantz Jourdain, Charles Plumet, Henri Sauvage oder Eugène Grasset traf. Bis Ende 1909 arbeitete Le Corbusier im Büro von Auguste Perret, der für seine bahnbrechende Verwendung von Stahlbeton bekannt war. Ein weiterer Einfluss zu dieser Zeit war der Architekt und Stadtplaner Tony Garnier, den Le Cobusier in Lyon aufsuchte.

Prägend für seinen Designstil war vor allem eine von der École d’Art in La Chaux-de-Fonds beauftragte Studienreise nach Deutschland. Während dieser Zeit traf er auf den Direktor der Dresdener Werkstätten für Handwerkskunst, Wolf Dohm, den deutschen Designtheoretiker Hermann Muthesius und den deutschen Architekten und Industriedesigner Peter Behrens. Im Berliner Büro von Peter Behrens arbeitete er ein Jahr lang und sammelte wertvolle Erfahrungen im Bereich der industriellen Produktion, bevor er 1911 in die Schweiz zurückkehrte, um an seiner alten Kunstgewerbeschule zu lehren.

1917 zog Charles-Édouard Jenneret-Gris endgültig nach Paris, wo er um 1920 das Pseudonym Le Corbusier annahm. 1918 entwickelte er zusammen mit dem Maler Amédée Ozenfant die Idee des Purismus, einer Kunstrichtung, die beide in ihrem Manifest "Apres le cubisme" (Nach dem Kubismus) festhielten und die Le Corbusiers spätere Bauwerke und Designs prägen sollte. Der Grundatz der Idee: Die rationale Komposition des Bildes/Bauwerkes aus elementaren geometrischen Formen bei Vermeidung rein dekorativer Effekte.

Diesem Prinzip folgend, gilt der "Pavillon de l' esprit" (1925) auf der Art Déco-Ausstellung in Paris als Schlüsselgebäude. Kahle Wände und bewegliche Möbel waren Le Corbusiers Vorstellung von Wohnwelten der Zukunft. Hinzu trat der Gedanke von Häusern und Wohnungen als Maschinen, die möglichst reibungslos funktionieren sollten.

Zu Le Corbusiers Konzept des Hauses als "Wohnmaschine" gehörten angemessene Möbel, ein "équipement de l' habitation". In dem 1922 zusammen mit seinem Vetter Pierre Jeanneret gegründeten Architekturbüro wurden darum u.a. auch Möbel entworfen. Gemeinsam mit Charlotte Perriand, die 1927 hinzukam, entwarfen sie ein System von Stahlrohrmöbeln, die das Design maßgeblich beeinflussten. Der Armlehnstuhl LC1, der Sessel LC2 oder die Chaiselongue LC4 (alle 1928) vermittelten eine neue ästhetische Nüchternheit und waren der Inbegriff des International Style im Design.

In den späten 20ern und 30ern konzentrierte sich Le Corbusier auf Bauaufträge, darunter die berühmte Villa Savoye in Poissy (1928-1931), die Cité de Refuge in Paris (1930-1933) oder den Pavillon Suisse der Cité Universitaire in Paris (1930-1931).

In den 1950er Jahren entfernte sich Le Corbusier vom Formalismus des International Style und fand stattdessen einen freieren, ausdrucksvolleren Stil. Sein wachsendes Interesse am skulpturalen Potential des Betons demonstrierte er beispielweise an der berühmten Wallfahrtskirche Notre-Dame-du-Haut in Ronchamp (1950-1955).

1965 starb Le Corbusier in Roquebrune-Cap Martin, Frankreich. Seine theoretischen Überlegungen, sowie seine richtungsweisenden Bauwerke und Designs sind ein Zeichen seiner Zeit. Er gilt zurecht als einer der einflussreichsten Architekten und Designer des 20.Jahrhunderts. Verschiedene Design-Entwürfe Le Corbusiers sind in den großen Design-Museen weltweit zu sehen und werden heute als Klassiker vom italienischen Unternehmen Cassina reproduziert.