Alma Siedhoff-Buscher


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Alma Siedhoff-Buscher

Alma Buscher (1899-1944) studierte von 1922 bis 1927 am Bauhaus in Weimar und Dessau.

Die gesamte Zeit des Bestehens widmete sich das Bauhaus auch der Welt des Kindes. Bereits ab 1919 verkauften Bauhäusler selbstgefertigtes Spielzeug auf dem Weimarer Marktplatz, ebenso wurden später Kindermöbel in den Werkstätten gefertigt. Im Zentrum dieser Strömung stand ab 1923 vor allem Alma Buscher, deren Kindermöbel einfach, praktisch und meist multifunktional waren: ihr Spielschrank ist bspw. nicht nur Aufbewahrungsort, sondern liefert auch mehrere Kisten zum Spielen - eine Öffnung in der Schranktür macht ihn sogar zur Bühne für das Kasperle-Theater.

Alma Buscher besuchte ab 1917 die angesehene Berliner Reimann-Schule, eine private Kunstschule, mit reformpädagogischen Ansätzen und einer kunstgewerblich-praktischen Orientierung, die sich - was zur damaligen Zeit nicht selbstverständlich war - auch um die Ausbildung von Frauen bemühte. 1920 wechselte Alma an die Bildungsanstalt des Staatlichen Kunstgewerbemuseums, wo sie vor allem gewerbliche Kundenaufträge realisierte.

Aufgrund der engen Bindung an die Kundenwünsche sah sich Alma Buscher in ihrer künstlerischen Entfaltung eingeengt, weshalb sie sich im Frühjahr 1922 am Bauhaus Weimar einschreibt. Nach einem Vorkurs bei Johannes Itten und einer Vielzahl künstlerischer Angebote, z.B. im Unterricht bei Klee und Kandinsky, bei Theo van Doesburg und im Farbseminar von Hirschfeld-Mack wurde versucht, auch Alma Buscher – wie fast alle Frauen – nach erfolgreicher Absolvierung des Vorkurses der Weberei zuzuteilen.

Nach einem Antrag bei Gropius gelang es Alma Buscher in die Holzbildhauerei zu wechseln, um Kinderspielzeug und Gebrauchsgegenstände aus Holz zu entwickeln. Hier entwarf sie auch die legendären Kindermöbel für die Einrichtung des Kinderzimmers im Haus am Horn in Weimar, dem Musterhaus der Bauhausausstellung 1923. Mit diesem Kinderzimmer erzielte das Bauhaus einen bemerkenswerten Erfolg. Seine Möbel gehören zu den wenigen Objekten, die in der Weimarer Zeit noch in mehreren Exemplaren gefertigt wurden. Sie waren Teil der offiziellen Selbstdarstellung des Bauhauses.

Neben den Kindermöbeln schuf Alma Buscher 1923 noch ein Puppentheater, sowie die beiden bekannten Bauhaus Schiffsspiele. Das kleinere Bauspiel umfasst neben 22 farbigen hölzernen Spielsteinen auch ein Blatt mit Spielvorschlägen, die die Vielseitigkeit dieses Spielzeugs beweisen sollen.

Nach der Heirat 1926 mit dem Schauspieler Werner Siedhoff, der an der Bauhaus-Bühne beteiligt ist, und der Geburt zweier Kinder stellt Alma Siedhoff-Buscher ihre Entwurfsarbeit zurück, kann aber mit Auftragsarbeiten zum Familienunterhalt beitragen. Alma Buscher stirbt 1944 bei einem Bombenangriff in der Nähe von Frankfurt.


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