Margaretha Reichardt

Margaretha Reichardt

"Das Bauhaus ist eine künstlerische Herausforderung an den ganzen Menschen gewesen. Das harmonische Zusammenwirken aller Künste wurde zu meinem Lebensprinzip."

Margaretha Reichard zählt ohne Zweifel zu den großen Vertreterinnen des Bauhauses. Nach ihrer Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Erfurt nahm sie 1926 ihr Studium am Bauhaus Dessau (Hochschule für Gestaltung) auf, wo sie nach ihrem Diplom noch einige Jahre als freie Mitarbeiterin tätig war und insgesamt sechs Jahre verbrachte.

Seit 1933 betrieb sie die Handweberei-Werkstatt in ihrer Geburtsstadt Erfurt. Hier bildete sie über 50 Weber und Weberinnen aus und vermittelte eine geistig-kulturelle Bildung im Sinne des Bauhauses, zu dessen letzten Mitarbeiterinnen sie gehört hatte. Neben der Weitergabe ihres großen Wissens, schuf die Bauhaus-Weberin in über 50 Jahren ein herausragendes Werk, aus dem vor allem ihre Stoffmuster und Gobelins herausragen.

Seit 1992, acht Jahre nach ihrem Tod, gehört Reichardts Wohnhaus in Erfurt als Memorialstätte zum Angermuseum ("Margaretha-Reichardt-Haus"). An den originalen Handwebstühlen kann noch heute die Weberei-Kunst bewundert werden. In dem kleinen Museum, das in den Wohn- und Arbeitsräumen entstanden ist, wird die Tradition und das Andenken an die große Künstlerin Margaretha Reichardt gebührend aufrechterhalten.