Homestory: zu Besuch bei Designerin Gesa Hansen

Gesa Hansen Homestory Haus außen

Die Mutter Dänin, der Großvater Architekt und der Vater mit der eigenen Möbelmarke Hans Hansen erfolgreich - Gesa Hansen wurde das Talent zum Design quasi in die Wiege gelegt. Inzwischen zählt sie selbst zu einer der erfolgreichsten deutschen Möbeldesignerinnen. Wir haben Gesa in Ihrem französischen Landhaus besucht und uns von dem eklektischen Einrichtungsstil verzaubern lassen.

Gesa Hansen Portrait rund

Beruf: Designerin, The Hansen Family
Wohnort: Courances, Frankreich
Hobbys: Surfen, Poloreiten
Einrichtungsstil: Skandi, Art Decó, Modern Country

Gesa Hansen im Interview

Warum hast Du Dich entschieden, Deine Pariser Stadtwohnung gegen ein Häuschen auf dem Land zu tauschen?

Ich brauchte wieder Erde unter den Händen. Und mir war klar, dass ich nicht wollte, dass meine Kinder in der Stadt großwerden. Ich bin selbst in den Wäldern des Sauerlands aufgewachsen und ich hatte dank der Familie Heershoff, die neben meinen Eltern einen Hof hat, eine wunderbare, wilde Kindheit, in der ich morgens aus dem Haus gehen konnte und abends erst wiederkam, ohne dass jemand wusste, wo ich war. Umringt von Tieren, Staudämmen, Flüssen und Wäldern. Es war einfach herrlich … Das wollte ich für meine Kinder auch.

Nicht nur von Innen ist Euer Haus ein echtes Schmuckstück, auch der Garten verzaubert mit einer bunten Blumenpracht. Kannst Du den Duft Eures Zuhauses beschreiben?

Unser Garten riecht nach frischen Rosen. Ich liebe Rosen über alles! In Frankreich gibt es André Eve, einen Spezialisten, der die besten Rosen züchtet. Meine Lieblingsblume ist "Jardin de Granville", sie wird auch für das Parfum von Dior verwendet.

Gesa Hansen Homestory Garten

In meinem Büro ist einer meiner Lieblingsgerüche, Holz, sehr präsent. Wahrscheinlich durch die vielen Holzmuster. Ich arbeite gerade mit Yakisugi-Holz. Das duftet nach verbranntem Holz, vielleicht hat das den Duft noch verstärkt.

Charles, mein Mann, hat mehrere Restaurants in Paris, und daher haben wir unendlich viele verschiedene Kräuter im Garten, deren Duft man auch immer wieder wahrnimmt … besonders den Lavendel.

In Eurer Einrichtung sieht man Einflüsse von Art Decó, Mid-Century, skandinavischem Design und Landhaus … Wie würdest Du selbst den Stil Eurer Einrichtung beschreiben?

Ich habe versucht, die Seele des Hauses zu respektieren und gleichzeitig wollte ich keinen klassischen Landhausstil. Deshalb habe ich viele Designstücke verschiedener Epochen gemixt. Dadurch wirkt es moderner und unerwarteter. Ich habe auch bei den Farben darauf geachtet, nicht in einen weißen Landhausstil abzurutschen. Purer Landhaus wirkt manchmal so „unauthentisch“. Ich denke, das Haus ist eine absolute Reflexion meines eigenen Stils, ohne dabei einem bestimmten Look zu verfallen.

Das Bild über dem Sideboard stammt von dem französischen Fotografen Charles Fréger. Hast Du noch andere Künstler, die Du sammelst oder deren Arbeit Du verfolgst?

Ich liebe Louise Nevelson, aber ich war nie mit ihr in Kontakt. Charles Fréger und ich sind sehr gute Freunde. Andere Künstler, die ich sehr gut kenne und bewundere, sind der Pianist Bertrand Chamayou und die Schmuckdesignerin Charlotte Chesnais.

Eure Einrichtung wirkt so harmonisch und dennoch begegnen einem Stücke in unterschiedlichen Stilen und aus verschiedenen Epochen. Welchen Tipp hast Du für alle, die gerne ein wenige mutiger wären, was die Einrichtung betrifft?

Ich mache mir wirklich jedes Mal ein Moodboard mit den verschiedenen Elementen, das hilft zu kombinieren. Im Wohnzimmer hatte ich zum Beispiel das Bild von Charles Freger und habe es als Ausgangspunkt für das Wohnzimmer genommen. Nach dem Bild habe ich die Möbel und Farbe entschieden. Der Teppich passt wiederum farblich zu dem roten Tobet-Boden. So fügt sich alles zusammen.

Gesa Hansen Homestory - Wohnzimmer
Gesa Hansen Homestory - Wohnzimmer

Hast Du ein Lieblingsmöbelstück in Eurem Zuhause?

Wenn ich mich entscheiden müsste, dann würde ich wohl sagen, dass es der Buffet-Schrank ist. Ich habe es für meine Mutter entworfen, weshalb es für mich noch ein Stück besonderer ist als andere Möbel.

In 3 Worten: Was ist für Dich Zuhause?

Familie, Spuren von Menschen, die ich liebe, und schottische Wolldecken.

Hast Du ein Zimmer in Eurem Haus, in dem Du am liebsten Zeit verbringst?

Mein Büro. Zwischen den verschiedenen Texturen zu sitzen und zu arbeiten macht mich einfach glücklich.

Alles, was ich mache, steht in der skandinavischen Formentradition. Ich denke, das ist einfach meine DNA.

Was ist Dir beim Entwerfen neuer Möbel besonders wichtig?

Ich möchte kein auffälliges Design machen. Dabei versuche ich, die für mich perfekte harmonische Form zu finden. Es ist mir wichtig, dass das Möbelstück absolut seinen Zweck erfüllt.

Was genau fasziniert Dich an dem Beruf des Designers?

Ich wollte eigentlich auf gar keinen Fall Designer werden, sondern Grafiker. Mich faszinierte vor allem das Layout der Designbücher, die bei meinen Eltern und meinem Onkel lagen noch viel mehr als der Inhalt. Erst als ich eine Vorlesung von Axel Kufus besuchte habe, begriff ich, was die Aufgabe eines Designers ist. Er ist und bleibt für mich das beste Vorbild.

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Nach Deinem Studium an der Bauhaus Universität warst Du zwei Jahre in Japan. Was hast Du aus dieser Zeit mitgenommen?

In Japan hat mich das Spannungsverhältnis zwischen Tradition und Moderne fasziniert, die unglaubliche Hingabe zum Detail und die Bedeutung von Ritualen. Ich finde, dass heutzutage immer mehr Rituale im Alltag abhandenkommen. Durch meine Möbel versuche ich, einige davon zurückzubringen.

Gesa Hansen Homestory Badezimmer
Meine Lieblingsfarben sind Blau und Grün. Ich liebe das Wasser und Wälder über alles!

Was würdest Du gerne besser können?

Ich würde gerne noch besser zeichnen können. Ich weiß zwar oft, was ich meine, aber ich kann verstehen, dass mein Team manchmal Schwierigkeiten hat, meine Zeichnungen zu lesen.

Welche Hobbies hast Du neben Design?

Ich surfe und spiele leidenschaftlich gerne Polo, allerdings nicht auf eigenen Pferden. Dadurch ist es nicht teurer als andere Hobbies. Polo hört sich extrem teuer an, aber wenn man einfach nur spielen will, kann man sich die Pferde „leihen“.

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Welches Projekt steht als Nächstes bei Dir an?

Wir wollen im Haus eine Sauna einbauen. Ich liebe Saunas! Aktuell arbeite ich gerade an einem Projekt mit meiner Lieblingssauna-Firma. Das Design kommt nächstes Jahr raus.

Liebe Gesa, danke für das Interview und die Einblicke in dein schönes Zuhause!


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Beitrag vom 13.07.2018, von Anja Beckmann

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