Als „Design-Playboy“ bezeichnete die Jury der Zeitschrift Architektur & Wohnen den Designer Alfredo Häberli Anfang des Jahres. Mit dieser etwas irreführenden Bezeichnung war gleichzeitig der Titel des Designers des Jahres 2009 verbunden. Denn Häberli ist kein Playboy wie Hugh Heffner. Vielmehr ist er mit seiner unauffälligen Art zu einem der begehrtesten Designer der Welt geworden.

Ganz aus der Luft gegriffen scheint der Titel „Design-Playboy“ aber nicht zu sein, denn Alfredo Häberli ist unbestreitbar ein gut aussehender Mann. Dies allein genügt aber nicht, um Designer des Jahres 2009 zu werden und diverse Design-Klassiker sein Eigen zu nennen. Und so lobte die Jury der Zeitschrift Architektur & Wohnen vor allem das Spielerische und Hintersinnige seiner Produkte.
Alfredo Häberli vereint Gegensätze – in seinen Produkten, wie auch in sich selbst. Geboren wurde er in 1964 in Buenos Aires, Argentinien. Doch schon mit 13 Jahren zog er mit seiner Familie aus dem Süden in die Schweiz, wo er die Höhere Schule für Gestaltung absolvierte, sein eigenes Design-Studio gründete und die ersten Erfolge feierte.

faszinierende Kombination
So wie Alfredo Häberli unterschiedliche Seiten und Blickwinkel in sich vereint, besitzen auch seine Produkte diese faszinierende Kombination unterschiedlicher Perspektiven. Das Wissen um die Geschichte eines Gegenstands kombiniert Häberli mit kindlicher Neugierde und Ethusiasmus. Er selbst sieht es als die Aufgabe eines Designers, Bekanntes zu verwerfen und neu zu denken.
Aus diesem Ansatz heraus entstand im Jahr 1999 die Geschirr-Serie Origo für iittala, die mittlerweile ein anerkannter Klassiker ist. Origo ist Geschirr für den jungen Haushalt: Vielseitig einsetzbar und bunt gestreift, sodass es problemlos in jede Umgebung passt. Schon bei Origo reduzierte Häberli die Anzahl der erhältlichen Objekte auf ein vielseitig einsetzbares Minimum. Diese Idee lag im Jahr 2001 auch den Essence-Trinkgläsern zugrunde: Mit möglichst wenig verschiedenen Gläsern wollte er sämtliche Getränke in geeigneten, korrekten Gläsern servieren.
Perfekter Komfort mit dem Hauch des Besonderen stehen auch bei der Glasserie Senta und den Tris Teelichthalter (beide für iittala) im Mittelpunkt – Ein Ansatz, der sich auch auf andere Bereiche übertragen lässt, wie Häberli im Jahr 2003 mit dem Drehsessel Take A Line For A Walk für Moroso bewiesen hat. Schon der Anblick des Sessels erzeugt die visuelle Vorstellung von Sitz-Komfort und lädt dazu ein, sich in den tiefen Formen des Sessels von der Umwelt abzukapseln.
Alfredo Häberlis Qualitäten haben ihn zu einem der begehrtesten Designer der Welt gemacht. Namhafte Hersteller wie Moroso, ClassiCon, Driade, Offect und iittala produzieren seine Produkte und mit "Alfredo Häberli Design Live" ist ein ganzes Buch über ihn erschienen.

Während seine Entwürfe auf den ersten Blick überzeugen, vermarktet sich Alfredo Häberli selbst kaum. Er ist kein Popstar wie manche seiner Kollegen und sein Markenzeichen ist nicht der laute Effekt, der den Betrachter anspringt. Häberlis Handschrift liegt im Detail verborgen. Dadurch sind seine Arbeiten zwar nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen, aber sie überzeugen in der Sache und sind damit mindestens so erfolgreich wie die seiner Kollegen.
Nach eigener Aussage verfolgt Häberli zudem keine rein kommerziellen Interessen, sondern sucht nach ehrlichen Neuerungen und Verbesserungen. Diese findet er mal hier, mal dort, hinterfragt sich selbst und seine Ideen. Wahrscheinlich dauerte es auch deshalb länger, bis er international anerkannt wurde.
Am Ende sprechen aber die Produkte für ihn und Alfredo Häberli hat in seiner Karriere bisher mehr als genug Beweise für seine Qualität abgeliefert. Nicht umsonst ist er der Designer des Jahres 2009.

Iittala
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Moroso