Designer-Homestory: So wohnt Lisa Borges | Studio Maven

Lisa ist einer der beiden kreativen Köpfe hinter Studio Maven. Als Expertin in Sachen Print und Grafik hilft uns Lisa nicht nur zweimal jährlich bei der Gestaltung des Connox Kataloges - der übrigens gerade frisch aus dem Druck gekommen ist - auch der Day by Day Kalender aus unserer Home-Collection stammt von dem Berliner Label.

Wir wollten wissen, wie Lisa wohnt und haben sie in ihrer schönen Berliner Altbauwohnung und in ihrem Studio besucht. Dort hat sie uns verraten, welche Jugendsünde sie am meisten bereut, warum eine Wanne in ihrem Schlafzimmer steht sowie die schönsten Locations in der Hauptstadt zum Essen, Feiern und Genießen.

Lisa Borges von Studio Maven Portrait - Homestory

Name: Lisa Borges
Beruf: Grafikdesignerin
Wohnort: Berlin
Hobbys: Kunst & Kultur, Bootfahren auf dem Brandenburger Gewässer
Einrichtungsstil: eklektisch, erdig, easygoing

Lisa im Interview

Was gefällt dir an deinem Beruf am Meisten?
Als freie Gestalterin bekomme ich Einblicke in unterschiedliche Themenbereiche und arbeite mit verschiedensten Menschen zusammen: von Modedesignern über Künstler und Fotografen bis hin zu Landschaftsarchitekten, Craftbier-Brauern und Konservierungswissenschaftlern – das ist besonders spannend und abwechslungsreich.

Leider küsst die Muse nicht immer auf Knopfdruck. Wo findest du deine Inspiration?
Am meisten inspirieren mich andere Menschen, Leute aus meinem direkten Umfeld: FreundInnen, KollegInnen, mein Mann oder mein Sohn. Und natürlich gibt es eine Reihe von kreativen Persönlichkeiten: KünstlerInnen, FotografInnen und ArchitektInnen wie Ikko Tanaka, Hap Grieshaber, Nan Goldin, Diane Arbus, Phyllis Galembo, Charles Fréger, Lina Bo Bardi…

Phyllis Galembo - Instagram | Homestory Lisa Borges

Ikko Tanaka - Neue Sammlung - Instagram | Homestory Lisa Borges

Charles Freger Instagram | Homestory Lisa Borges
„Für mich ist Schönheit: Authentizität, Ehrlichkeit und durchbrochene Symmetrie."

Was bedeutet für dich Zuhause?
Bis auf die zwei Jahre, die ich in Barcelona verbracht habe, wohne ich seit 20 Jahren in Kreuzberg. Ich habe immer mal wieder damit geliebäugelt, woanders hinzuziehen – zum Beispiel aufs Land – aber irgendwie ist es immer gescheitert. Ich fürchte, dass mir die Leute fehlen würden, die mir hier das Gefühl von Heimat geben. Sollte ich doch noch mal die Umzugskartons packen, dann würde ich es mir vermutlich auf einem alten Bauernhof oder in einem Häuschen am Meer gemütlich machen.

Homestory Lucie Borges - Kueche

Homestory Lisa Borges - Gubi Semi Pendelleuchte Küche

Du darfst nur einen Gegenstand aus deiner Wohnung mitnehmen, was packst du ein?
Ganz pragmatisch und unromantisch – wegen der darauf gespeicherten Fotos – nehme ich meinen Rechner. Pragmatismus außen vor, würde ich sonst eines der Bilder einpacken: den großen Holzschnitt, den mir mein Mann nach der Geburt unseres Sohnes geschenkt hat, die japanischen Akte oder eine afrikanische Maske… Ahh oder die Pflanzen. Ich kann mich nicht entscheiden [lacht].

Lisa Borges Portrait Fenster

Lisa Borges - Lieblingsteile Homestory

Wo ist dein persönlicher Wohlfühlort?
In unserer Wohnung ist es das Schlafzimmer. Weil unser Bad klitzeklein ist, haben wir uns dazu entschlossen, die Leitung durch die Wand zu verlegen. Deswegen steht hier auch unsere Badewanne. Das macht den Raum für mich besonders und sehr gemütlich.

Aber auch in meinem Studio fühle ich mich sehr wohl. Es ist in einer alten Remise in Kreuzberg und hat einen kleinen Garten und eine große Dachterrasse, wunderschöne Zementfliesen in der Küche, die Urlaubsflair verbreiten. Den Workspace teile ich mit sechs anderen Leuten aus artverwandten Berufen.

Lisa Borges Schlafzimmer - Homestory

Homestory Lisa Borges - Detail Pflanzen Schlafzimmer
„Ich liebe großzügige Muster und Farben bei afrikanischen Waxprint-Stoffen und traditionelle Muster aus verschiedenen Kulturen. Außerdem finde ich die klaren und mutigen Prints von Marimekko toll."
Homestory Lisa Borges - Studio Kueche Konferenztisch

Homestory Lisa Borges - Arbeitsplatz Studio

Homestory Lisa Borges - Magazine

Jeder hat sie. Was war deine Jugendsünde?
Rein stilistisch betrachtet würde ich ungern in meine Techno-Zeit inklusive der sehr hohen Buffalos zurückkehren. In der gleichen Zeit haben wir auch in der WG die Schränke mit Tiger-Kunstfell bezogen und unser Wohnzimmer mit dem psychedelischen Licht einer Glasfaser- und einer Lavalampe beleuchtet.

Deine Lieblingsbücher zum Anschauen und Lesen?
Ich mag Bücher generell gerne, besonders alte Bücher, die eine Geschichte haben. Aber auch heute werden tolle Bücher gemacht. Das kann man sich beim Berlin Art Book Festival Miss Read im HKW in Berlin anschauen oder auf der Friends with Books Art Fair im Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart in Berlin.

Beim Lesen bin ich Fan von Taschenbüchern und der Idee dahinter, hochwertige Literatur zu erschwinglichen Preisen anzubieten. Natürlich müssen sie gut gestaltet sein, wie die Penguin Book Serie von Jan Tschichold.

Was steht auf deiner Bucket-List ganz oben?
Eine lange Wanderung auf den Kumano Kodo Pilgerwegen in Japan mit vielen Bädern in Onsens, Übernachtungen in Ryokans (trad. jap. Reisegasthaus, Anm. d. Red.) und traditionellem japanischen Essen!

Und zu guter Letzt: Als echte Berlinerin hast du bestimmt ein paar Insider-Tipps für einen Abstecher in die Hauptstadt? 24 Stunden in Berlin. Was sollte man gesehen haben?

Ich denke mit zwei, drei von folgenden Programmpunkten kann man sich einen sehr schönen Tag machen:

• eine Kunstausstellung in den Reinbeckhallen in Oberschöneweide ansehen und danach vom
Krancafé aus auf die Spree schauen
• Mittagessen im Garten der Drei Schwestern im Bethanien
• das Denkmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung auf dem Bebelplatz ansehen
• mit Kindern den T-Rex Tristan Otto im Naturkundemuseum besuchen
• ein erhabener Kaffee im Bode-Museum (mit oder ohne Ausstellungsbesuch)
• in eine Fotoausstellung in der C/O Berlin und danach gleich in die Helmut Newton Foundation gegenüber gehen
• ein Konzert in der Philharmonie genießen
• einen Film im Kino International anschauen
• abends in die Beuster Bar in Neukölln und sich von dort aus weitertreiben lassen – oder ein
paar Drinks im Würgeengel nehmen
• übernachten würde ich dann im Michelberger Hotel

Liebe Lisa, vielen Dank für das tolle Interview !

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Beitrag vom 22.03.2018, von Sabrina Pflüger

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