Vom Prinzip überzeugt, die Umsetzung folgt – ein Jungdesigner berichtet vom Designprozess

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Beitrag vom 15.06.2017, von Gastautor

HAWK Design-Wettbewerb - Gastbeitrag Filip 9Mein Name ist Filip Hillmann Goncalves und ich studiere im zweiten Semester Produktdesign an der HAWK Hildesheim. Für mich ist klar, dass ich mich sobald wie möglich in irgendeiner Form selbstständig machen will und ich denke, dass mir der Design-Wettbewerb an meiner Hochschule genau in diese Richtung weiterhilft. Wir arbeiten eng mit einem realen Kunden, Connox, zusammen und das unter sehr realen Bedingungen. Hinzu werden wir vom SNUG.STUDIO für Gestaltung begleitet und beraten. Wir erstellen hier kein vages Konzept, sondern ein Produkt, welches zu festgelegten Rahmenbedingungen wirklich in die Produktion gehen kann. Gerade diese Realitätsnähe reizt mich daran. Da dies für mich mein erstes Projekt in dieser Form ist, merke ich, dass ich meinen persönlichen Arbeitsvorgang erst einmal finden muss, was zwar nicht immer ganz einfach, jedoch sehr spannend ist.

Die Aufgabenstellung – ein Beistelltisch mit Servierfunktion für die Connox Collection

Unsere Aufgabe ist es, einen Beistelltisch mit Servierfunktion zu gestalten. Das waren die ersten Informationen, die wir zu diesem Projekt erhielten. Beim Briefing mit Connox wurden sehr bald weitere Rahmenbedingungen festgelegt. Wir konnten uns einen Einblick darüber verschaffen, wer die Zielgruppe unseres Tisches sein soll, sowie an welchem Designstil sich Connox orientiert. Zudem gab es Vorgaben zu Herstellungspreis, Herstellungsort und Verpackungsmaß. Mit diesen Informationen machten wir uns ans Werk.

Meine ersten Ideen – von der Marktanalyse zum Entwurf

Nach einer Marktanalyse und dem Durchforsten von Pinterest nach Inspiration begann die Entwurfsphase. Zuerst durch Skizzen auf Papier. Erstmal wurde all das gesammelt, was einem so einfiel. Ideen entstanden und wurden wieder verworfen. Ich merkte ziemlich schnell, dass ich durch das Skizzieren allein nicht weiter kam. So fing ich an, meine Skizzen in Form von kleinen Modellen aus Holz nachzubauen. Es fiel mir viel leichter den Entwurf im Raum zu verstehen und die Entwürfe anhand der Modelle zu verbessern und weiterzuentwickeln. So entstanden mehrere Entwürfe, von denen ich zwei für eine weitere Auseinandersetzung in Betracht zog.

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Nach Befragungen von Kommilitonen und Freunden entschied ich mich für einen Entwurf. Das Prinzip war klar, die herausnehmbare Tischplatte kann auf zwei verschiedenen Höhen in das Gestell eingeklemmt werden. Dafür muss der Tisch lediglich gekippt werden. Das Konzept war jedoch noch nicht sehr konkret und bedurfte Weiterentwicklung...

Der Schaffungsprozess – von Modellen, Prototypen und Herausforderungen

Ich begann mit größeren, maßstabsgetreuen 1:5 Modellen. Ziel war es, den Entwurf zu optimieren. Durch verschiedene Varianten machte ich mich auf die Suche nach den richtigen Proportionen und experimentierte mit verschieden Winkeln. Nach einigen Modellen war ich bereit für einen ersten Prototyp im Maßstab 1:1. Also ging es in die Werkstatt um zu überprüfen, ob der Entwurf überhaupt funktioniert. Steht der Tisch stabil? Hält das Material den Kräften stand? Fragen, die sich erst mit einem Prototyp beantworten lassen. Es zeigte sich, dass der Tisch funktioniert. Doch leider nicht befriedigend. So steht er zwar stabil, ist jedoch zu wackelig und somit noch verbesserungsbedürftig. An diesem Punkt befinde ich mich gerade.

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Übrigens: Noch mehr von meinen Designs finden Sie bei Facebook und bei Instagram.

Skizzen und Modelle bis zur Perfektion – so geht es für mich weiter

Da ich von dem Prinzip meines Tisches überzeugt bin, stellt sich jetzt die Frage, wie es sich besser umsetzen lässt. Wie muss das Design verändert werden damit er funktioniert? Vielleicht wird es nur eine Veränderung des Rahmenprofils, oder vielleicht auch ein ganz neues Gestell. Nun heißt es wieder skizzieren und Modelle bauen.

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