Das Nepal Project: wie ein Teddy zum Rettungsanker wurde

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Beitrag vom 23.02.2017

Nepal Projects Katalogtext100 Prozent Wolle, von Hand vermischt mit Seife und Wasser, in Form geknetet und zusammengenäht. Jedes kleine Teil handgemacht. In Nepal. Der Teddy und viele weitere Accessoires des Nepal Projects von Menu erzählen die Geschichte traditioneller Handwerkskunst in einer der ärmsten Regionen dieser Welt. Und die Geschichte einer außergewöhnlichen Kollaboration, die diese Welt ein kleines Stück verbessern möchte.

Der dänische Hersteller Menu, vier Designstudios und lokale Handwerkbetriebe in Nepal haben sich zusammengeschlossen, um Arbeitsplätze für Frauen in Nepal zu schaffen. Unter dem Namen „Nepal Project“ entstehen seither verschiedenste Accessoires und Textilien, die benachteiligte Frauen unter fairen Arbeitsbedingungen in sorgfältiger Handarbeit herstellen.

Eine Vision von Zukunftsperspektiven

“I thought it would be nice to change the whole idea of just giving some of the money that you earned into producing places in the world where we really could make a difference for people.” Bjarne Hansen, Gründer von Menu A/S

Die Idee für dieses Projekt entstand vor etwa vier Jahren. Menu-Gründer Bjarne Hansen wollte nicht länger Jahr für Jahr jeden Tag dieselben Dinge tun, er entwickelte eine Vision: Statt Geld an Hilfsorganisationen zu geben, wollte er die Situation vor Ort ändern, Arbeitsplätze schaffen und so das Leben Benachteiligter verbessern. Diese vage Idee wurde zum Rettungsanker für Tausende von jungen Frauen in Armut.

Gemeinsam mit Danida, einer Entwicklungsorganisation der dänischen Regierung, entwickelte Menu diese Vision. Die Designstudios Norm Architects, Note Design Studio, Afteroom und A Hint of Neon schlossen sich an. In Nepal sollte das Projekt starten. Das Land ist eines der ärmsten in Asien, Armut und Prostitution bestimmen den Lebensalltag zahlreicher Mädchen und Frauen.

Der Teddy aus den Menu - Nepal Projects in hellgrau Die Modern Houses und Traditional Houses in rot aus den Nepal Projects von Menu Der Cotton Bag von den Menu - Nepal-Projects

Ein ungewöhnlicher Designprozess

Für das Nepal Project ging Menu neue Wege. Der Entstehungsprozess der Produkte unterschied sich gänzlich vom üblichen Vorgehen. Normalerweise entwerfen die Designer Produkte, dann sucht Menu jemanden, der die Gedanken des Designers exakt umsetzen kann.
Beim Nepal Project hingegen sind die Designer nach Nepal gereist, haben mit den Leuten geredet und erfahren, welche Qualifikationen sie mitbringen. Ausgehend von dem Kenntnisstand der lokalen Weber, Schreiner und Schneider haben die Designer Produkte entworfen. Produkte, die die nepalesischen Frauen herstellen können.

Wissen verbinden, Fähigkeiten erweitern

Bei diesem Projekt geht es nicht allein darum, jungen Frauen zu helfen, sich eine Existenz aufzubauen. Es geht darum, Wissen zu teilen. Die nepalesischen Handwerker beherrschen die Handarbeit, sie nutzen einzigartige, traditionelle Techniken, von denen sich die beteiligten Designstudios inspirieren ließen. Was fehlte, war ein Verständnis für Design. Die Designer erklärten den Nepalesinnen, dass Design und Qualität den Wert eines Produkts um ein Vielfaches erhöhen können. Sie zeigten ihnen effizientere Herstellungsmöglichkeiten.

Von diesem Wissensaustausch lebt das Nepal Project, er wird am Modeldruck besonders deutlich: Die Nepalesen schnitzen verschiedene Muster in einen Holzblock und drucken damit einzigartige Muster, die die Handschrift der nepalesischen Kultur tragen. Die Methode übernahm das dänische Team, gestaltete sie jedoch effizienter, indem es einen sehr großen Block schuf, um dasselbe Muster über eine größere Fläche zu bekommen und so auch die Qualität des Produkts zu erhöhen.

Das Color Pillow aus den Menu - Nepal-Projects Die Square Wolldecke aus den Menu Nepal-Projects Die Square Tagesdecke aus den Menu Nepal-Projects

Die Nepal Kollektion – skandinavisches Design und nepalesische Handwerkskunst

Die Nepal Kollektion umfasst neben dem kleinen Teddy, das sich zum Maskottchen des Nepal Projects entwickelt hat, verschiedene Accessoires und Textilien – Schatullen in Hausform, ein Baumwollkorb, Tages- und Wolldecken, Kissen. Alle Produkte folgen konsequent dem Design-Credo von Menu. Jonas Bjerre Poulsen, Creative Director bei Menu, beschreibt die gestalterische Linie als „Soft Minimalism“: Der Entwurf muss extrem einfach sein, aber genug Charakter, Details und Qualität mitbringen, um als Designobjekt zu gelten.
Jedes einzelne Accessoire schlägt die Brücke zwischen dieser skandinavischen Ästhetik und bester traditioneller Handwerkskunst aus Nepal. Die von Generation zu Generation überlieferte Methode des Webens und des Modeldrucks, Materialien feinster Qualität, Kaschmir, Merinowolle, Leder und Baumwolle, die akribische Verarbeitung – all das macht die Produkte des Nepal Projects zu etwas ganz Besonderem. Etwas, das nicht nur das Leben der Nepalesinnen verändert, die sie produzieren, sondern auch das all jener, die sie am Ende kaufen.

Zu Ihrer Information:

50 Millionen 12-jährige Mädchen leben in Armut. Sie werden mit 14 Jahren verheiratet, mit 15 sind sie schwanger. Wenn sie die Geburt überleben, ist Prostitution der einzige Weg, ihre Familie zu ernähren. Das Risiko, an HIV zu erkranken ist groß. Eine Entwicklung, die Generation für Generation weitervererbt wird – bis jemand den Teufelskreis bricht. Hier setzt das Nepal Project von Menu an.

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