Das Design als Produkt der Kultur – eine Design-Studentin berichtet von ihrem „hyggeligen“ Beistelltisch

Teilen
  •  Facebook
  •  Pinterest
  •  Google+
  •  Twitter
  •  E-Mail
  •  RSS

Beitrag vom 16.06.2017, von Gastautor

HAWK Design-Wettbewerb - Gastbeitrag Valeska TitelMein Name ist Valeska Tullney. Ich bin 25 Jahre alt und komme aus Hamburg. Zurzeit studiere ich im dritten Semester Produktdesign an der HAWK Hildesheim und nehme am Design-Wettbewerb von Connox und SNUG.STUDIO teil. Diese Gelegenheit möchte ich nutzen, um Ihnen meinen Produktentwurf vorzustellen, der geprägt ist vom skandinavischen Lebensgefühl – sehen Sie selbst.

Arne Jacobsen – meine Verbindung zum Architekten und seiner Formsprache

Arne Jacobsen. Ein großer Name im Designkontext. Er taucht auf, wann immer es um das erfolgreiche skandinavische Design geht. Es sind die bekannten Produkte, wie die Ameise oder der EggChair, die von vielen bewundert und mindestens genauso oft in unterschiedlicher Form adaptiert werden. In erster Linie war Arne Jacobsen allerdings Architekt. In meiner Heimatstadt Hamburg kann man einige seiner eindrucksvollen Bauten bewundern. Die Verbindungen nach Kopenhagen sind hoch, schließlich gehörten einige Teile Hamburgs noch bis 1864 zum dänischen Königreich. Das Schulgebäude des Christianeums, in dem ich einen nicht unerheblichen Teil meiner jungen Lebenszeit verbringen durfte, ist zum Beispiel eines davon. Vielleicht ist es dieses Umfeld, das mich in meinem Stilempfinden prägte und das sich in der Formsprache vieler meiner Entwürfe spiegelt.

Arne Jacobsen Ameise Stuhl von Fritz Hansen als moderner Essstuhl Arne Jacobsen - Portrait Ei Sessel von Fritz Hansen

Hygge – meine Faszination für ein bezauberndes Lebensgefühl

Die Begeisterung für skandinavisches Design wird zurzeit in so vielen Bereichen des täglichen Lebens spürbar. Der Guide für das skandinavische Lebensgefühl „Hygge“ hält sich hartnäckig auf den weltweiten Bestsellerlisten. Was die Leserschaft dazu bewegt, ist eine spannende Frage für die Designwissenschaft. Ich persönlich teile diese Faszination. Kopenhagen, Stockholm, Oslo – sind alles gemütliche Metropolen, die einen ganz bezaubernden Charme ausstrahlen. Betrachtet man in dem Kontext allerdings nur diese Ballungszentren, ist das meiner Ansicht nach zu kurz gegriffen. Es spielen viel mehr Aspekte hinein. Die Kultur als Produkt der Rahmenbedingungen zu sehen, finde ich einen schönen Gedanken. Das Design als Produkt dieser Kultur ebenso.

Mein Konzept – ein multifunktionaler Beistelltisch, der mit Kontrasten spielt

Mit diesem holistischen Ansatz bin ich in die Entwurfsphase des Kooperationsprojekts zwischen Connox und der HAWK Hildesheim gestartet. Mein Ziel ist die Gestaltung eines Beistelltisches, der sich in das Umfeld des skandinavischen Designs und der modernen Architektur selbstverständlich integriert. Auf das Wesentliche reduziert, klar in der Formsprache, der Linienverlauf für den Betrachter nachvollziehbar gestaltet. Spannung wird erzeugt durch den Einsatz von Kontrasten – die Wechselwirkung von Farben und gegensätzlichen Materialien. Die ästhetische Wirkung des warmen, weichen Holzes mit Metall als kühlen, planen Counterpart beispielsweise. Sowohl Holz also auch Metall sind natürliche Materialien, die in dieser Kombination oft für skandinavisches Design Pate stehen. Der Tisch besteht aus zwei Teilen, die ineinander gesteckt werden und sich gegenseitig stützen. Auf Verbindungselemente kann durch diese Konstruktion verzichtet werden. Er lässt sich also ohne Werkzeug mit einem Handgriff auf- und abbauen. Neben der Funktion als klassischer Beistelltisch, lässt er sich durch Kippen auch zu einem repräsentierenden Zeitungs-/Bücher- oder Schallplattenständer verwenden. Ein Multitalent.

HAWK Design-Wettbewerb - Gastbeitrag Valeska Tisch Front HAWK Design-Wettbewerb - Gastbeitrag Valeska Tisch Seite HAWK Design-Wettbewerb - Gastbeitrag Valeska Zeitungsständer

Mit Liebe zum Detail – so geht es weiter

Das Konzept steht also. Die Entwurfsphase ist zu diesem Zeitpunkt weitestgehend beendet. Im nächsten Schritt beschäftige ich mich nun mit der präzisen Ausarbeitung. Hierbei lege ich besonderen Wert auf die Details. Eines der erfolgreichsten und für mich bewundernswertesten Designerpaare, Charles und Ray Eames sagten in dem Zusammenhang: „The details are not the details – they make the design.“ Ich freue mich auf dieser Plattform über den Fortschritt des Projektes berichten zu dürfen und werde mich bald mit einem Update zurückmelden.

Alle Beiträge der Kategorie Hinter den Kulissen

Ähnliche Beiträge