Auszubildende Sophie unterwegs in 中国 China und 香港 Hongkong

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Beitrag vom 02.06.2017, von Sophie Wrede

Sophie in China China: Der wichtigste Wirtschaftspartner Deutschlands. Das Land mit den meisten Menschen der Welt. Ein für viele unbekannter Ort, dem etliche Vorurteile und Klischees nachgesagt werden. Ende April habe ich - Auszubildende Sophie - mir selbst ein Bild von China gemacht und zwei spannende Wochen im Reich der Mitte verbracht. Seit August 2016 mache ich die Ausbildung zur Kauffrau für Marketingkommunikation und war im Rahmen einer Austauschfahrt an der Partnerschule meiner Berufsschule in Fuzhou sowie in Hongkong unterwegs. Was meine ganz persönlichen Eindrücke und Erlebnisse waren, lesen Sie hier.

Eine deutsch-chinesische Freundschaft

Sophie in China Bereits aus dem Flugzeug heraus konnten wir zwischen den Wolken die vielen Hochhäuser Hongkongs erkennen. Mit 1224 Wolkenkratzern liegt Hongkong an der Spitze der Städte mit den meisten Gebäuden über 100 Meter Höhe. Zum Vergleich: New York besitzt circa die Hälfte. In Hongkong treffen 6429 Einwohner pro km² aufeinander – aufgrund des geringen Wohnraumes muss also immer häufiger in die Höhe gebaut werden.

Von Hongkong aus ging es mit dem Schnellzug nach Fuzhou. Bereits während der fünfstündigen Zugfahrt hatten wir Zeit, Eindrücke vom Land zu sammeln. Es ging raus aus der Metropole, vorbei an spektakulären Bauten, durch die Landschaft Chinas - die so viel grüner ist, als ich es erwartet hatte! Allerdings ist das, bei einer Luftfeuchtigkeit um die 80 % und tropischen Temperaturen (inklusive heftiger Regenschauern), auch kein Wunder. Mit dem Zug kamen wir vorbei an zahlreichen Städten, die noch vom Neujahrsfest mit roten Laternen geschmückt waren. Gefahren sind wir auch durch jene Orte Chinas, an denen Bauern mit Strohhüten und ihren Rindern durch die Reisfelder gewatet sind. In einfachen Verhältnissen und mit nur wenig Mitteln bauen die Bauern das Grundnahrungsmittel Asiens an, während Geschäftsleute mit dem Zug an ihnen vorbeifahren – ein Bild, das mich zum Nachdenken anregt.

Nach über 9000 km – endlich am Ziel angekommen

Sophie in China Bereits seit 2011 besteht die Partnerschaft zwischen der MMBbS Hannover und der "Vocational School of Commerce" in Fuzhou in China. Mr. Lin, der chinesische Organisator, hat unserer 13-köpfigen Gruppe ein vielfältiges Programm für den Aufenthalt in der Partnerschule und der Stadt Fuzhou zusammengestellt. Übrigens: Stolze 7 Millionen Einwohner hat die Hafenstadt an Chinas Südostküste.

Xiao, meine chinesische Partnerschülerin begleitete mich die Woche lang. Die Verständigung auf Englisch war zunächst schwer. Aber mithilfe der Englischlehrer, Übersetzer-Apps oder mit Händen und Füßen haben wir die Sprachbarriere überwunden. Die Lehrer und Schüler der Partnerschule haben uns freudig empfangen. Die Gastfreundschaft spielt in China offensichtlich eine wichtige Rolle, denn wir wurden stets als Ehrengäste behandelt und umsorgt.

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Sophie in China Beim Programm war für jeden etwas dabei: Vormittags haben wir in der Schule an traditionellen Aktivitäten teilgenommen, dabei die Kunst des Papierschnitts kennengelernt, uns in traditionellen Kleidern fotografiert, ein wenig Mandarin gelernt, chinesische Schriftzeichen geschrieben, chinesisches Schach gespielt, die traditionelle Kampf- und Bewegungskunst Taiji ausprobiert, gefüllte Teigtaschen zubereitet und verköstigt. Wir haben Teeblätter getrocknet und haben eine Teefabrik kennengelernt. Dort haben wir alles über die Herstellung von Jasmintee erfahren. Wir haben auch der ältesten noch lebenden Panda-Dame der Welt, in der nur wenige Minuten von der Schule entfernten „Panda World“, einen Besuch abgestattet. Stolze 37 Jahre ist sie alt und wird gebührend geehrt.

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Am Wochenende haben wir die Gegend erkundet: Die wunderschöne Altstadt Fuzhous sowie der chinesische Tempel neben unserem Hotel sind mir dabei besonders in Erinnerung geblieben. Dort fanden wir auch die für uns so typische chinesische Architektur: Holzhäuser mit geschwungenen Dächern, Schnitzereien und detailreichen Ausarbeitungen. Löwenstatuen bewachen die Eingänge des Tempels und die Gassen der Altstadt zieren bunte Laternen.

Das europäische Fotomotiv

Ganz nebenbei mussten wir uns alle an neugierige Blicke gewöhnen, denn anstarren ist in China nicht unhöflich, es ist ein Zeichen von Interesse und Anerkennung. Als Ausländer waren wir für jeden sofort erkennbar und für viele waren wir vermutlich einer der wenigen Weißen, den sie in ihrem Leben sehen. Und so waren wir das Fotomotiv schlechthin: Nicht nur in der Schule, sondern auch unterwegs wurden wir angesprochen - besonders die hochgewachsenen Mitreisenden konnten sich vor Selfies machen kaum retten.

Sophie in China Sophie in China Sophie in China

Helle Haut, lange blonde Haare, verschiedene Augenfarben, große Augen - Chinesen lieben alles, was sie selbst nicht haben und bezeugen das gern durch zahlreiche Komplimente und Gesten. Von den Partnerschülern wurden wir mit Süßigkeiten beschenkt – Chinesen sind richtige Naschkatzen.

Sophie in China

Tränenreicher Abschied

Zum Abschied schenkte mir Xiao einen Blumenkranz und eine große Packung Tee. Zum Glück hatte ich auch eine Kleinigkeit dabei – Schokolade aus Deutschland. Und so endete der Schulbesuch in Fuzhou mit einigen Tränen. Leider können sich nur die wenigsten meiner neu gewonnenen Freunde einen Besuch in Deutschland leisten. Trotzdem hoffe ich sehr, dass ich den ein oder anderen hier begrüßen darf.

Mit überfüllten Koffern und Rucksäcken voller Geschenke und Andenken ging es dann zurück nach Hongkong und der zweite Teil der Reise begann!

Hongkong – eine Stadt die nie schläft

Sophie in China Einen unbeschreiblichen Ausblick bietet die Bar im 118. Stock des höchsten Gebäudes Hongkongs – dem International Commerce Center – das alle anderen Gebäude um Längen überragt. Morgens haben wir zu den Hochhäusern hinaufgeblickt und am Abend von über 400 Metern Höhe über die Stadt geschaut.

Sophie in China Hongkong unterscheidet sich von dem China, das wir in der Woche zuvor kennengelernt haben. Die Millionenstadt ist nicht nur eine der weltweit bekanntesten Finanzmetropolen und bietet eine wundervolle Skyline, etwas abseits finden sich außerdem schöne Strände. Dort haben wir Samstagnachmittag erst einmal die Füße hochgelegt.

Das Wetter ließ uns nicht im Stich. Nachdem wir in Fuzhou den ein oder anderen tropischen Regenschauer miterlebt haben, waren es in Hongkong bis zu 30 °C ohne Regen – und teilweise ließ sich sogar die Sonne blicken.

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Zwischen Armut und Reichtum

Eine einheimische Stadtführerin hat uns die Metropole gezeigt. Bei der Stadtführung ging es von der schönen Promenade, vorbei an den Märkten, durch grüne Parks, bis zu den hintersten Seitengassen. Die Schattenseiten wurden uns nicht vorenthalten: Erschreckend groß ist die Kluft zwischen Arm und Reich! Viele Einheimische verdienen zu wenig, um sich eine Wohnung leisten zu können, leben in ärmsten Verhältnissen auf der Straße oder sogenannten Käfigwohnungen - Wohnungen die in kleine zwei Quadratmeter große Zellen aufgeteilt sind. Die Wohnungsnot steht im krassen Gegensatz zu dem Reichtum der Multi-Millionäre Hongkongs, den teuren Hochhäusern und den von Luxusläden gesäumten Straßen in der Innenstadt.

Sophie in China Da Wochenende war und zusätzlich am Montag ein Feiertag, waren die Straßen voller Menschen. Reichere Familien werden von philippinischen Haushälterinnen unterstützt. An einem Tag in der Woche haben sie frei – meistens am Samstag oder Sonntag. Da die Philippinerinnen bei den Familien wohnen und diese aufgrund des Wohnraummangels meist auch nur wenig Platz haben, treffen sie sich auf der Straße. Auf jeder freien Fläche haben sie es sich bequem gemacht und dort gepicknickt. Unter Brücken, in Unterführungen, im Park, mitten auf dem Gehweg: Ein sehr beeindruckendes und einprägsames Bild, welches ich so noch nicht gesehen habe.

Zwei Wochen sind wie im Flug vergangen

Sophie in China Beim Schreiben fällt mir auf: Es ist schwer in Worte zu fassen, was ich in den zwei Wochen alles erlebt habe - ich habe so viele tolle Eindrücke mitgenommen. Durch den Besuch der Schule war ich nicht nur als Tourist unterwegs, sondern hatte die Möglichkeit einen viel tieferen Einblick in die Kultur zu erhalten und das ursprüngliche China zu spüren. Und ich bin begeistert von der Landschaft, den Traditionen und vor allem den Menschen! Gleichzeitig habe ich das Land kennengelernt, das nach dem Motto „höher, schneller, weiter“ lebt. Bestes Beispiel: Die Metropole Hongkong, mit einer der imposantesten Skylines der Welt. Mein Resümee: China ist das Land des Gegensatzes.

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