Bruno Taut

Bruno Taut

Bruno Taut, geboren 1880 in Königsberg, lässt sich an der Königsberger Baugewerbeschule zum Architekten ausbilden und zieht 1902 nach Berlin, wo er für den Jugendstil-Architekten Bruno Möhring arbeitet. Von 1904-1908 arbeitet er für Professor Theodor Fischer in Stuttgart, anschliessend kehrt er nach Berlin zurück und studiert an der Technischen Hochschule in Charlottenburg Kunstgeschichte und Städtebau. 1909 eröffnet er sein eigenes Architekturbüro. Taut ist Initiator des "Arbeitsrat für Kunst", der 1919 versucht, die Novemberrevolution von 1918 auch auf den Bereich der Kunst auszudehnen. Er ruft den geheimen Briefwechsel "Die gläserne Kette" ins Leben. Die Teilnehmer – u.a. Walter Gropius oder Hans Scharoun – fordern die "Auflösung der bisherigen Grundlagen" der Architektur und das "Verschwinden der Persönlichkeit" des Künstlers. Von 1921-1924 ist Bruno Taut Stadtbaurat in Magdeburg, wo er ganze Strassenzüge und auch das barocke Rathaus bunt übermalen lässt. Vom Expressionismus beeinflusst, bezieht Taut die Farbe als relevantes Element in die Architektur mit ein. Von 1924-1931 baut er in Berlin Siedlungen mit rund 12.000 Wohnungen. Anders als in seinen theoretischen Schriften liegt der Schwerpunkt bei diesen Projekten nicht so sehr auf der künstlerischen, sondern vielmehr auf dem gesellschaftlichen Aspekt der Architektur. Im Jahr 1930 erhält Bruno Taut einen Ruf an die Technische Hochschule in Berlin-Charlottenburg als Professor für Siedlungs- und Wohnungswesen und wird Ehrenmitglied des Internationalen Architektenbundes in Japan. 1932 richtet er in Moskau für die Stadtverwaltung ein grosses Büro ein. Als er 1933 nach Berlin zurückkehrt, muss er bereits zwei Wochen später vor den Nationalsozialisten über die Schweiz nach Japan fliehen. Da er dort auf geringes Interesse an moderner Architektur stösst, zieht er 1936 in die Türkei, die sich schon seit einiger Zeit um europäische und amerikanische Architekten zur Modernisierung des Landes bemüht. Dort wird er Leiter der Architekturabteilung an der Akademie der Schönen Künste in Istanbul und zugleich Chef der Bauabteilung im Unterrichtsministerium in Ankara. Er stirbt 1938 in Istanbul.


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