Die Welt des Designs ist im Wandel. Globale Themen wie Ressourcenknappheit, Klimaveränderungen und soziale Ungleichheit beherrschen den öffentlichen Diskurs und prägen zunehmend unser Umfeld, zu denen auch die Dinge gehören, die uns alltäglich umgeben.
Längst geht auch die Arbeit von Herstellerunternehmen, Produkt- und Industriedesigner über die reine Fertigung bzw. Formgebung von Massengütern hinaus. Nachhaltige Entwürfe sind gefragt: Bei der Produktion sollen möglichst umweltschonende und nachwachsende Materialien zum Einsatz kommen und die Produktionsbedingungen sollen sozial gerecht sein. Darüber hinaus gilt es neue Absatzmärkte zu erschließen und Aufmerksamkeit zu erlangen - in einer von den Medien bestimmten Welt, in der Aktualität und kurzlebige Modetrends meist mehr zählen als Werte und Inhalte.
Bereits während des Designentwurfs eines neuen Produktes wird festgelegt, was später überflüssigen Kitsch von wirklich innovativen und bedeutenden Objekten trennt. Gutes Produktdesign definiert sich seit jeher über Kriterien wie Beständigkeit, Flexibilität, Anpassungsfähigkeit oder Recycle- bzw. Wiederverwendbarkeit. Mehr denn je spielen wirtschaftliche Sinnhaftigkeit, soziale Verträglichkeit und ökologische Notwendigkeit eine Rolle - Faktoren die sich in dem Begriff „Ecodesign“ zusammenfassen lassen.
Als Entwicklungsziele bzw. Prinzipien für das Ecodesign sind zu nennen:
• materialeffizientes Design
• materialgerechtes Design
• energieeffizientes Design
• schadstoffarmes, abfallvermeidendes Design
• langlebiges, reparaturfreudiges und zeitbeständiges Design
• recyclinggerechtes, entsorgungsgerechtes und logistikfreundliches Design*

Bekannte Herstellerfirmen wie das Unternehmen Vitra gehen mit gutem Beispiel voran. Exemplarisch ist das von Vitra angebotene Eco-Package zu nennen, das mit „eco“ sowohl die ökologischen (eco-logical) als auch die ökonomischen (eco-nomical) Faktoren meint. Inhalt des Eco-Package ist eine Stuhlserie, die in Zusammenarbeit mit dem renommierten Designer Alberto Meda entstand. Durch das zeitlose und innovative Design ist nicht nur eine ästhetische und funktionelle Langlebigkeit garantiert - Schreibtischstuhl MedaPal und Konferenzstuhl MedaSlim verfügen zudem über das Greenguard-Zertifikat, das Umweltzeichen „Der Blaue Engel“ und sind zu 94% bzw. zu 92% recycelbar.
Wer denkt, dass solcherlei Objekte wenig verbraucherfreundlich und teuer sein müssen, irrt sich, denn Vitra bietet die Stühle mit einem großzügigen Rabatt an und verspricht eine Garantiezeit von 10 Jahren, die damit bereits die gesamte Lebensdauer so manch anderer Stühle übertrifft.

Weitere Positivbeispiel in Sachen Ecodesign stammen auch von kleinen Manufakturen, wie dem kanadischen Zweimannbetrieb Furni oder dem indonesischen Unternehmen Magno. Furni verwendet zur Produktion des Alba ME Retro-Weckers ausschließlich Verschnitt der kanadischen Möbelindustrie. Der Designer Singgih Susilo Kartono produziert mit seinem Unternehmen Magno hölzerne Radios in 16stündiger Handarbeit. Sein Betrieb sichert das Einkommen vieler Familien in seinem Heimatdorf Temanggung (Mittel-Java) und gibt den jungen Mitarbeitern eine berufliche Perspektive unter fairen sozialen Bedingungen. Daneben entstand auf dem Gelände der Magno-Werkstatt eine eigene Baumschule, welche das gesamte Dorf mit Jungpflanzen versorgt. Die langfristig orientierte ökologische Sensibilisierung der lokalen Bevölkerung ist ein besonderes Anliegen von Singgih Kartono. Für die Produktion wird zudem ausschließlich auf Plantagenholz zurückgegriffen.
Umweltbewusst und innovativ sind aber auch neue Materialien mit denen bspw. Unternehmen wie Muuto, Hay oder Buzzispace experimentieren. Alle genannten Firmen führen z.B. Produkte aus sogenanntem PET-Filz in ihrem Sortiment. Bekannt ist PET (Polyethylenterephthalat) vor allem durch die PET-Flasche, aus eben der auch der Rohstoff für die filzartigen Produkte gefertigt wird. Vom Aufbewahrungskorb bis hin zum Stuhl und kompletten Raumteiler gibt es nur wenig, was sich nicht aus recycelten Cola- und Wasserflaschen herstellen ließe. Aber auch andere Verbundwerkstoffe, wie Keramik-Kunststoff-Gemische oder Holz-Kunststoff –Verbundwerkstoffe (Wood Plastic Composite, WPC) sind voll im Trend, wie z.B. Steltons jüngste Rig-Tig Kollektion beweist.

Andere Firmen setzen auf nachwachsende Rohstoffe wie bspw. Naturfilz. Das Sortiment des deutschen Unternehmens Hey-Sign besteht zum Beispiel einzig aus Naturfilz-Produkten (aus 100% reiner Schurwolle) aus denen vom Kissenbezug bis zum Teppich viele Textilprodukte gefertigt sind. Die Vorteile: Filz ist luftdurchlässig, hautfreundlich, elastisch, wärmeisolierend und durch seinen natürlichen Fettgehalt schmutzabweisend. Somit bieten reine Naturprodukte gegenüber ihren synthetisch erzeugten Pendants oftmals mehr Vorteile, bei besserer Umweltverträglichkeit.
Viele Designer, Produzenten und Herstellerbetriebe haben die Vorteile des Ecodesigns erkannt und haben die Produktentwicklung, sowie den gesamten Produktlebenszyklus auf entsprechende soziale, wirtschaftliche, technische und rechtliche Rahmenbedingungen abgestimmt. Vorbei die Zeiten der Obsoleszenz, es lebe die Langlebigkeit!
*Quelle: Wikipedia
Aestethic Studio
LaboGroup (AndreaAir)
Artecnica
Artificial
Belux
BuzziSpace
Charles & Marie
Elvang
Elvang
emeco
Feld
Feld
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Furni
Goodproduct
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Hay
wooden radio

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Muuto
njustudio
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Stelton
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Tom Dixon
Vitra
Vitra